Täntchen und der Krieg

Tagebücher aus der Hitlerzeit mit Essays von Antje Arbor

Erscheinungstermin: 5. Oktober 2012

Foto Täntchen und der Krieg
    Dieses Buch handelt vom Krieg, wie ihn einige Mitglieder meiner Familie erlebt und dokumentiert haben, aber auch davon, wie ich ihre Dokumente lese. Krieg, so behaupte ich, hat hauptsächlich damit zu tun, was man von seinen Mitmenschen hält.
    Wie kommt es zum Krieg? Was geschieht mit uns im Krieg? Was können wir tun, um Kriege zu vermeiden? Diesen Fragen gehe ich in den Essay-Kapiteln nach.
    Kurzbeschreibung. Die Autorin Antje Arbor hat Tagebücher ihrer Grosstante ( Täntchen ) aus der Zeit zwischen 1933 und 1946 teilweise im Volltext, teilweise zusammengefasst in Jahreskapitel gesetzt und kommentiert. Die Tagebucheinträge werden ergänzt durch Briefwechsel der Familie vor und in der Kriegszeit. Täntchen war Englisch-Lehrerin an einem Berliner Gymnasium und wurde 1934 wegen eines angeborenen Hüftleidens aus dem Schuldienst entlassen (Behinderte wurden nicht mehr im Gymnasium geduldet).
    In ihren Tagebüchern schreibt sie als wache Beobachterin über ihr Leben, ihre Familie, über den Alltag im Hitlerstaat, über die politischen und schliesslich kriegerischen gesellschaftlichen Entwicklungen. Obwohl sie eine differenziert denkende und gut ausgebildete Frau war, die dem Unrechtsstaat nicht einfach unkritisch gegenüberstand und Krieg allgemein ablehnte, liess sie sich von Hitler vereinnahmen, gab ihm ihre Stimme und rechtfertigte seine Kriege als notwendigen Weg, um die Ehre Deutschlands wieder herzustellen.
    Gebundene Ausgabe: 392 Seiten Verlag: ZAUNKÖNIGIN Verlag Müller, ISBN-13: 978-3952370247

    Der Text hat eine gute, wohl durchdachte und organische Gesamtstruktur.
    Die Aufteilung in „Der Krieg entsteht", „Im Kampf" und „Nach dem Krieg" ist sehr sinnfällig. Die chronologische Folge der Tagebucheinträge funktioniert problemlos als „roter Faden".
    Die Aufteilung zwischen a) „Täntchens" Tagebucheintragungen mit kurzen, ergänzenden Kommentaren der Herausgeberin und b) Essaykapiteln mit soziologischen, anthropologischen und psychologischen Erkenntnissen ist sehr gelungen.
    Der Text lebt von dem sehr anregenden Wechsel zwischen Persönlichem und politischer Entwicklung in den Tagebucheinträgen. Wir lesen angenehm dezente, übersichtliche und gut platzierte Kommentierungen der Herausgeberin.
    Die Themensetzung der Essaykapitel ist durchgehend zu den benachbarten Tagebuchkapiteln passend.

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Seitenerstellung: Eberhard Blocher   Stand: 25.11.2017