Gegenwind und Schutzhütte

Märchen, Parabeln, Satiren und andere unglaubliche Geschichten

Gegenwind, dem Leser ins Gesicht geblasen von Antje Arbor. Gegenwind hindert am gemütlichen Weitergehen und am eingefahrenen Trott. Er kann äußerst unangenehm sein. Aber er regt auch an und erfrischt. Gegenwind bläst Verhüllungen beiseite. Man sieht plötzlich, was doch vor aller Welt verdeckt werden sollte. Mädchen und Liebhaber, Kollegen, Politiker und andere Mitmenschen, sogar Kinder bringen uns aus dem Gleichgewicht.

Wie eine Schutzhütte vor dem Bergwind schützen die Märchen den Leser vor der rauen Wirklichkeit. In solch einer Welt gibt es Wunder und ein glückliches Ende, wie in „Goldene Nüsse” oder „Hans im Glück”.
Die Parabeln und Satiren, manchmal als Märchen verkleidet wie in „Dornröschen”, „Rotkäppchen” und „Die kleine Hexe”, oder sachlicher scheinend wie in „Kindererziehung”, bieten nur noch ein Schutzdach, unter dem der Wind kräftig hindurchweht.
Andere unglaubliche Geschichten kommen schließlich ganz schutzlos daher, wie in „Karriereleiter”, „Vater werden”, „Schuldig” oder „Ich, Tina, Pflegekind”.

Der aufmerksame Leser aber spürt immer, wie Antje Arbor sich die Welt eigentlich wünscht.

Mauer Verlag 2005, 150 Seiten, Taschenbuch, ISBN 3-937008-96-9